Festival

Titelblatt von Beethovens 3. Sinfonie „Eroica“
Titelblatt von Beethovens 3. Sinfonie „Eroica“

„Freiheit und Wagnis“ – Leitthema des 28. Jahrgangs

Spannungsfelder von Offenheit und Begrenzung existieren unabhängig von Epochen, politischen Ordnungen, Regionen. Sie lassen sich bei jedem Individuum, in jedem Lebensbereich und in jedem Alter finden. Das Festival Sandstein und Musik wird das Motto „Freiheit und Wagnis“ 2020 mit einem entsprechend facettenreichen Programm untersetzen.

Beethovens 250. Geburtstag soll auch für das Festival Sandstein und Musik Anlass sein, das Schaffen des Wiener Klassikers stärker und dabei auch auf ungewöhnliche Weise auszuleuchten. Der Komponist gilt als Inbegriff von kompositorischer Freiheit. Zugleich steht sein Name für Wagnisse auf diesem Terrain. Teil dieser Geschichte sind fraglos die großen Sinfonien, Sonaten und Streichquartette, aber auch weniger Beachtetes aus Beethovens kompositorischem Œuvre. Sie bilden einen reichen Nährboden für Programme, die Fragen formulieren wie: Wo und wie lebten Komponisten ihre Freiheit? Wo fanden sie diese gerade nicht? Welche Risiken gingen sie ein?

Der künstlerische Leiter und Festivalmitbegründer Ludwig Güttler und seine Ensembles geben Sandstein und Musik weiter den Grundton, gipfelnd in der beliebten „Bläserweihnacht“ mit dem Blechbläserensemble Ludwig Güttler, die im Dezember in der Pirnaer Marienkirche regelmäßig für zwei ausverkaufte Konzerte sorgt. Regionale bis internationale Künstler und Ensembles bringen erlesene Musik in die Region, so das Bennewitz Quartett (Tschechien), das Bläserquintett Carion (Dänemark) und das Trio Zadig (Frankreich). Mittelalterliche Klänge gesellen sich zu Sagen- und Märchenhaftem. Schauspielerin Corinna Harfouch wird im Programm „Die Nachtigall des Zaren“ zu erleben sein, Flautando Köln und Heikko Deutschmann hinterfragen den Begriff „Heimat“. Darüber hinaus setzt das Festival verstärkt auf junge Künstler. Nicht nur „Jugend musiziert“ wird mit einem Programm vertreten sein. Erstmals gastiert der Philharmonische Kinderchor bei Sandstein und Musik. Das vor Jahren entwickelte Programm zur Förderung des musikalischen Nachwuchses wird fortgeführt. Ausgewählte Veranstaltungen beginnen mit Vorkonzerten, die von Schülern der Musikschule Sächsische Schweiz gestaltet werden.


Auf Vertrauen und Neugier setzen

Ludwig Güttler (Foto: Galerie August)
Ludwig Güttler (Foto: Galerie August)

Grußwort des Künstlerischen Leiters

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde unseres Musizierens, insbesondere beim Festival Sandstein und Musik!

Es erfüllt mich mit großer Freude festzustellen, dass wir den Konzerten des nunmehr 28. Jahrgangs entgegengehen. Diese Broschüre ziert das Deckblatt einer der revolutionärsten Beethoven-Sinfonien, der „Eroica“. Den Untertitel „intitolata Bonaparte“ hat der Komponist, dessen 250. Geburtstag die Welt feiert, aus dieser Abschrift ausradiert – der Beginn einer Geschichte, die hier kaum angedeutet werden kann. Uns hat sie zu unserem Motto „Freiheit und Wagnis“ geführt.

Der Jubilar soll aber nur den Anlass geben. Denn hier ist von einem Dualismus die Rede, der uns in der Musik vielerorts und auf vielen Ebenen begegnet. Mehr noch: Es würde Stillstand bedeuten, hätten sich Komponisten und Musiker keine Freiheiten genommen, wären sie keine Wagnisse eingegangen.

Ich empfinde tiefen Dank gegenüber all denen, die durch ihre Kunst der Darbietung, der Unterstützung im Management, im organisatorischen und ökonomischen Bereich zum komplexen Ganzen unseres Festivals beitragen. Auf dem erfolgreichen Weg wagen wir immer wieder auch neue Schritte. Der Mangel an geeigneten Konzertsälen in unserem Gebiet ist zu beklagen. Umso wichtiger sind uns die nutzbaren Räume, die wunderbaren Kirchen, die wir mit unserer Musik beleben – viele regelmäßig, andere zum ersten Mal. Folgen Sie uns dahin!

Wie das Kammerorchester Virtuosi Saxoniae, das Bennewitz Quartett aus Prag, das Bläserquintett Carion (Dänemark), Flautando Köln, der Philharmonische Kinderchor Dresden und amarcord, das französische Trio Zadig, Musiker der Sächsischen Staatskapelle und der Dresdner Philharmonie und zahlreiche weitere Künstler aus nah und fern das Motto aufgreifen, werden Sie erleben und finden es vorab in dieser Vorschau skizziert.

Unser Programmangebot ist vielfältig, differenziert und bewegt sich auf hohem Niveau. Es setzt auf Ihr Vertrauen und Ihre Neugier, was, da bin ich mir sicher, auch im Jahrgang 2020 belohnt wird. Wir freuen uns gemeinsam mit Ihnen auf die Klänge, die wir für Sie in den verschiedenen Räumen erzeugen. Einzigartig, unverlierbar!

Ihr Ludwig Güttler
Künstlerischer Leiter


Im Zeichen eines Jubiläums und doch zeitlos

Michael Kretschmer (Foto: Pawel Sosnowski)
Michael Kretschmer (Foto: Pawel Sosnowski)

Grußwort des Schirmherrn

Liebe Musikfreundinnen und Musikfreunde!

Zwischen Sachsen und Beethoven gibt es viele Verbindungen. Eine geht zurück ins Jahr 1875, als Ludwig van Beethoven in seiner Geburtsstadt Bonn anlässlich seines 75. Geburtstages ein Denkmal errichtet wurde. Die Wahl fiel damals auf Ernst Ludwig Hähnel, Professor an der Dresdner Kunstakademie. Seine Beethoven-Büste ist heute ein weithin bekanntes Wahrzeichen der Bundesstadt Bonn.

1796 war Beethoven sogar selbst in Dresden. Am kurfürstlichen Hofe musizierte der junge Klaviervirtuose auf der einzigen Konzerttour seines Lebens vor keinem geringeren als Kurfürst Friedrich August III.

Bei der gleichen Tour gab Beethoven auch ein Konzert in Prag, im Kuppelsaal des Palais Lobkowicz, der heutigen deutschen Botschaft. Beethoven als Komponist der Freiheit weilte damit an dem Ort, der im September 1989 für Tausende Botschaftsflüchtlinge aus der DDR zum Tor in die Freiheit wurde, zum Aufbruch in die Friedliche Revolution, die Deutsche Einheit und das Zusammenwachsen Europas.

Und so ist es nicht allein der 250. Geburtstag des großen Komponisten, der Beethovens Musik in den Mittelpunkt des neuen Jahrgangs von „Sandstein und Musik“ rückt, sondern auch das immer wieder neue Spannungsverhältnis von Freiheit und Wagnis, das für Beethovens Werk so wichtig wurde.

So verbindet das herausragende sächsische Musikfestival Sandstein und Musik einmal mehr das Nachdenken über ein zeitlos wichtiges Thema mit Sternstunden der Musik an den reizvollsten Orten der Sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges. Zugleich gibt es nicht nur ausgewiesenen Meistern ihres Fachs, sondern auch jungen Nachwuchsmusikern Gelegenheit, ihr Können unter Beweis zu stellen.

Ich danke dem künstlerischen Leiter Prof. Güttler, seinem Festivalteam und allen Unterstützern sehr herzlich für ihr Engagement und wünsche allen Konzertbesuchern spannende und genussvolle Stunden.

Michael Kretschmer
Ministerpräsident des Freistaates Sachsen
Schirmherr


Musik erkunden, Freude teilen

Klaus Brähmig (Foto: Verlag Adam)
Klaus Brähmig (Foto: Verlag Adam)

Grußwort des Vereinsvorsitzenden

Liebe Festivalfreunde von Sandstein und Musik, liebe Besucher der Sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges!

Es ist wieder soweit. Ein neues Festivaljahr steht bevor. „Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie“, schrieb Ludwig van Beethoven und wir wollen dies mit Ihnen unter dem Motto „Wagnis und Freiheit“ erkunden. Unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Michael Kretschmer und der künstlerischen Leitung von Prof. Ludwig Güttler soll es 27 Veranstaltungen in ausgezeichneten Spielorten geben. Bewährtes trifft auf Neues. Gemeinsam mit den Internationalen Schostakowitsch Tagen Gohrisch wollen wir unter dem Dach der gemeinnützigen Gesellschaft FestivalKultur Sächsische Schweiz FEKUSS unserer Rolle als wichtigste Musikfestivals der Region noch mehr gerecht werden.

Unsere Musikschulinstrumentenaktion werden wir im Jahr 2020 weiterführen. Denn das Erlernen von Instrumenten und Musizieren sind für die Kinder und Jugendlichen elementar wichtige Fähigkeiten. Schon Beethoven sagte: „Empfehlt euren Kindern Tugend: Sie allein kann glücklich machen, nicht Geld.“

Wir setzen in diesem 28. Jahrgang unseres Festivals auf das bewährte Ehrenamt, die Treue unseres Publikums aus Sachsen, Deutschland und darüber hinaus und auf die engagierte Unterstützung der Förderer und Sponsoren. Zum zweiten Mal wird auch der Freistaat Sachsen unsere Arbeit mit einer institutionellen Finanzierung unterstützen. Dafür möchte ich allen, die an unserer Seite stehen, ein großes Dankeschön aussprechen.

Kommen Sie mit uns auf Entdeckungsreise zu Musikerpersönlichkeiten aus der Region und Europas. Wir wollen mit diesem Jahrgang insbesondere dem 250. Geburtstag des Musikgenies Beethoven ein würdiges Andenken verleihen. Nicht zuletzt sagte der Meister über sich selbst: „Für dich, armer Beethoven, gibt es kein Glück von außen, du musst dir alles in dir selbst erschaffen, nur in der idealen Welt findest du Freude.“ Diese Freude, geschaffen durch einzigartige musikalische Werke, wollen wir gerne mit Ihnen teilen.

Ihr Klaus Brähmig
Vorsitzender des Vereins Sandstein und Musik e. V.