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Gran Orquesta de Tango Carambolage

Gran Orquesta de Tango Carambolage

Foto: Svetoslav Popov

„Der Tango ist als Tanz das Schönste, was es gibt. Man muss ihn mit Kraft angehen, mit viel Zärtlichkeit und vielen Stunden Arbeit.“ – Dieses Zitat von Antonio Todaro verdeutlicht die Grundeinstellung eines Dresdner Orchesters, welches sich dem argentinischen Tango verschrieben hat. Es handelt sich um einen Tanz und vor allem um eine Musik voller Gefühl, Eleganz und verspielter Improvisation. Sie erzählt von Sehnsüchten, Illusionen und verpassten Gelegenheiten. Diese kleinen Geschichten musikalisch auszudrücken ist eines der vielen Talente des Gran Orquesta de Tango Carambolage. Unter der Leitung von Jürgen Karthe, einem Dresdner Urgestein in der Tangoszene, entwickelte das Orchester eine originale Klangfarbe nach klassischen Vorbildern des argentinischen Tangos der 1940er-Jahre, ohne diese jedoch zu kopieren.

Im erzgebirgischen Carlsfeld entstanden zwischen 1925 und 1945 etwa 30.000 Bandoneons, ausschließlich bestimmt für den Export nach Südamerika. Einige Exemplare existieren bis heute. Doch kaum jemand weiß, dass das typische Handziehinstrument des Tangos ursprünglich aus Deutschland kommt. Kaum ein Musiker beherrscht noch das Bandoneonspiel, was aber unerlässlich ist, um den 2009 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärten Tango am Leben zu erhalten. Dies bewog Jürgen Karthe, 2011 das Gran Orquesta de Tango Carambolage in Dresden zu gründen. Mit originalen Instrumenten in der Besetzung des großen „Orquesta Típica“. Ziel ist es, mit Nachwuchsspielern den speziellen Orchesterklang zu entwickeln. Ein Konzert des Gran Orquesta de Tango Carambolage ist durch einen präsenten und intensiven Klang geprägt. Er ist mitreißend, gar einnehmend, zugleich weich, zärtlich und absolut tanzbar. Und so vermag es Carambolage selbst an kühlen Tagen, die Tanzflächen einer Open-Air-Veranstaltung zu füllen. Sind keine Tangotänzer unter den Zuhörern, kann der Klangkörper auf Tänzer aus den eigenen Reihen zurückgreifen und ein Showtanzpaar präsentieren. Die Besetzung mit zehn bis zwölf Violinen, ebenso vielen Bandoneons, Klavier, Kontrabass, wahlweise Tuba, Gitarre und Gesang ist einmalig. Die Bandoneon-Reihe bildet das Glanzstück des Orchesters und verleiht dem Tango seine Seele. Von ihr geht die raumfüllende Intensität aus, die das Publikum fasziniert. Profi-Musiker und Bandoneon-Schüler bilden das Orchester und ergänzen sich hervorragend.