Region und Nachwuchs

Kultur – ein vielfältiger Anreiz

Schrammsteine © Archiv Nationalparkverwaltung – Frank Richter
Schrammsteine © Archiv Nationalparkverwaltung – Frank Richter

„Im Festivalnamen drückt sich eine verwandtschaftliche Beziehung von spezifischen, spezifisch geformten Stoffen und Klängen aus. Sandstein bleibt als Baumaterial nicht unbearbeitet. Viele Bauten – sei es in Dresden oder Kopenhagen – sind aus Sandstein. Sandstein ist zu Kultur und Architektur geworden, vergleichbar den Elementen der Musik – Rhythmus, Harmonie und Melodie, die in einer mehr oder minder festen Form miteinander verschmelzen. Der Stein des Elbsandsteingebirges bringt das Alleinstellungsmerkmal einer Region ein. Dann ist die nahe Kulturstadt Dresden, die wie jede Metropole große Adhäsionskräfte entwickelt.“ (Ludwig Güttler)

Ein Ereignis wie das Festival Sandstein und Musik steigert das Kulturangebot für die Menschen vor Ort und lockt darüber hinaus Gäste aus weiter Ferne an die Oberelbe. Das wiederm regt die Wertschöpfung in vielfältiger Weise an. Besucher lernen die Region kennen und schätzen. Sie kommen mit Einheimischen ins Gespräch, gehen hier essen, übernachten, nutzen weitere Angebote...

„Sandstein und Musik" setzt darüber hinaus nachhaltige Impulse, indem es für Orte und Werte sensibilisiert und Spenden sammelt für Kirchen, in denen es gastiert.


Musikschule Sächsische Schweiz

Musikschule Sächsische Schweiz

„Wir haben in den vergangenen zwölf Jahren bereits 40.000 Euro gesammelt und konnten von dem Erlös mehrere Dutzend Instrumente, darunter Fagottino und Flöte, E-Piano und Harfe, Kinderbässe und Schlagzeug kaufen. Wir haben quasi ein kleines Orchester gegründet – und machen weiter“, sagte Klaus Brähmig MdB, Vorsitzender des Vereins Sandstein und Musik e. V., noch vor zwei Jahren. Im Sommer 2016 nähert sich die Summe der 2003 gestarteten Musikinstrumentensammlung der 50.000-Euro-Marke.

Das Engagement von „Sandstein und Musik" für den Nachwuchs der Region gilt als beispielhaft. Rund 1.500 Schüler lernen an der Musikschule Sächsische Schweiz, die neben ihrem Hauptsitz Pirna an 16 weiteren Orten zwischen Bad Gottleuba und Stolpen, Langburkersdorf und Heidenau Unterrichtsräume hat. Noch nicht mitgezählt ist die musikalische Früherziehung an Kindertagesstätten.

Seit 2002 können sich Musikschüler mit öffentlichen Auftritten in Vorprogrammen beweisen. Dem Publikum bieten sie einen wichtigen und schönen Einblick, den Schülern eine große Chance. „Wir profitieren vom hohen Niveau und öffentlichen Stellenwert des Festivals.“ Fridtjof Laubner, der als künstlerischer Leiter der Musikschule die Auswahl von Ensembles und Werken verantwortet, spricht zudem von einer motivierenden Ehre, die nur vergleichbar ist mit den Starts bei den Wettbewerben von „Jugend musiziert“. Bei einem Sonderkonzert des Festivals in Dürrröhrsdorf 2011 spielten Musikschüler auf Instrumenten, deren Kauf erst dank beim Festival Sandstein und Musik eingeworbenen Spenden möglich wurde.

„Finden sich junge Musiker in Kammermusikgruppen, dann qualifizieren sie dort – hörbar und erlebbar – ihre Koordinationsfähigkeit, das Aufeinander-Hören, das immer differenziertere sich Aufeinander-Beziehen, das regelmäßige Erarbeiten miteinander und sich gegenseitige. Die Verantwortung für unsere nachwachsende, musikalische Jugend nehmen wir wahr, indem wir ihre erfolgreichen Bemühungen in den von uns so genannten Vorkonzerten sowie in einem Sonderkonzert dem interessierten Publikum vorstellen. Nicht nur dessen staunendes, überaus dankbares Reagieren, sondern ebenso die vielfach erworbenen zusätzlichen Spenden für den Ankauf seltener und besonderer Musikinstrumente zeigen auf sinnfällige Weise, wie unser Publikum diese spezielle Arbeit unseres Festivals wertschätzt.“ (Prof. Ludwig Güttler)

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